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Stärken & Schwächen des Wahoo Kickr: So hat ihn Sportwissenschaftler Philipp getestet!

by Daniel

Gute 10.000 Kilometer hat Coach und Sportwissenschaftler Philipp Diegner bereits auf dem Wahoo Kickr der ersten Generation (Modelljahr 2016) abgerissen. Die Stärken und Schwächen des smarten Rollentrainers listet er in diesem Langzeittest…

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Von Philipp Diegner…

Als Wahoo im Jahr 2013 den Kickr auf den Markt brachte, hoffte die Radsportwelt auf eine Revolution des Indoortrainings: extrem realistisches Fahrgefühl, zahlreiche Trainingsmodi und volle Unterstützung der Software von Drittanbieter sind nur ein paar der großen Neuerungen; als dann noch das Vorzeigeteam der UCI WorldTour – das Team Sky – an Bord stieß, waren beste Voraussetzungen geschaffen, den Markt vollends zu revolutionieren.

Drei Jahre später lässt sich festhalten: Indoor-Rollentraining hat sich tatsächlich völlig verändert. Inzwischen bieten zahlreiche Hersteller Rollentrainer mit Direktantrieb (z.B. Tacx mit dem NEO), einige Drittanbieter-Apps wie Zwift und TrainerRoad sind hinzugestoßen, die mit ihrer „offenen Lösung“ dafür gesorgt haben, dass es mittlerweile riesige Online-Communities für Radfahrer gibt, in denen sogar online Wettkämpfe stattfinden. Wahnsinn, wenn man das mit dem miefigem Rollentraining vor gut 10 Jahren vergleicht.

Ob der Wahoo Kickr nun ein probates Trainingsgerät ist, auch für die ganze Saison, erfahrt ihr in unserer Stärken-Schwächen-Analyse, basierend auf einer Saison mit intensiver Benutzung.

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Wahoo Kickr Test
(c) Foto: Philipp Diegner
Wahoo Kickr Test
(c) Foto: Philipp Diegner
Wahoo Kickr Test
(c) Foto: Philipp Diegner

Die Stärken des Wahoo Kickr im Test:

  • Auspacken und los: Aufbau und Inbetriebnahme sind sehr einfach. Standfüße ausklappen, Rad einhängen – danach per ANT+, mit dem PC oder per Bluetooth mit dem Tablet verbinden und es kann losgehen
  • Das realistische Fahrgefühl ist wirklich sehr nah an der Realität. Lange Anstiege (Mount Zwift) nicht nur schwergängiger, sondern man hat wirklich das Gefühl einen Alpenpass zu erklimmen. Lange Intervalle machen deutlich mehr Spaß! Vor allem im Vergleich zu klassisch gebremsten Rollentrainer – ich hatte vorher einen Tacx Genius
  • Akkurate Leistungsmessung: Die integrierte Wattmessung hat sich im persönlichen Vergleich mit verschiedenen Leistungsmessern (Pioneer, Rotor, Garmin) als sehr konsistent herausgestellt. Mit den Kickr von Ende 2014/2015 gab es wohl einige Probleme in diesem Bereich – teilweise sogar einen Temperaturdrift in langen Einheiten (steigende Wattwerte). Beim getesteten Modell war das nicht festzustellen, die von Tacx für den NEO angegebene ±1% Abweichung scheinen auch hier getroffen zu werden
  • Kompatibilität mit 20 APPS für PC, Apple und Android – und natürlich die hauseigene Wahoo-APP. Getestet habe ich mit Zwift, PerfPro und Trainerroad. Der Plug-and-Play Effekt funktionierte mit allen Programmen und das Signal über ANT+/Bluetooth war meist stabil, von einigen ärgerlichen Ausnahmen abgesehen
  • Sehr vielseitig in der Trainingssteuerung: Neben dem freien Modus („Sim“), der z.B. in Zwift echte Straßenbedingungen simuliert, gibt es verschiedene andere Möglichkeiten zur Kontrolle. Besonders effektiv: Der „ERG“ Mode gibt eine feste Wattzahl vor (frei einstellbar zwischen 1 bis 999W), die getreten werden muss. Dadurch lassen sich gezielte Trainingseinheiten optimal absolvieren. Dazu kommen „Resistance“ mit Steigungswiderstand bis 20% und der einfache „Level“ Mode von 0 bis 9. Die habe ich ehrlich gesagt gar nicht benutzt
  • Hochwertige Verarbeitung: ALLES am Kickr ist „massiv“. Das Gerät wiegt insgesamt ca. 21 Kilogramm. Dafür bekommt man hauptsächlich Stahl – das spricht für Haltbarkeit. Nach 9 Monaten und knapp 10.000 Kilometer Indoor sieht meine Einheit noch genauso aus wie am ersten Tag
  • Mit fast allen Rennrädern/MTB verwendbar – durch das System mit Direktantrieb ohne Hinterrad. Der Wechsel dauert wiederum nur ein paar Minuten. Für 9- und 10-fach Kassetten benötigt man einen extra Distanzring
  • Viele Zubehörangebote: Von der Trainingsmatte bis zum passenden Schreibtisch bietet Wahoo alles, um das Indoortraining möglichst angenehm zu gestalten. Ich persönlich verwende auch den TICKR Herzfrequenzmesser und bin zufrieden damit
  • Guter Support: Mit dem Support von Wahoo hatte ich bisher nur wegen eines Tickr Herzfrequenzmesser Kontakt. Zumindest bei diesem Schadensfall versprach mir der Live Support nach vielleicht 5 Minuten Ersatz, welcher dann auch eine Woche später eintraf

Die Schwächen des Wahoo Kickr im Test

  • Die Benutzung ist zwar simpel und vor jeder Fahrt ist kaum Vorbereitungszeit notwendig, aber der „Spindown“, den Wahoo KickR als Kalibrierung vor jedem Training empfiehlt, wird manchmal etwas lästig. Dieser dauert insgesamt ca. 1 Minute
  • Der Lautstärkefaktor – extrem leise ist der Kickr nicht (69 dB bei 500W, d. Red.). Da haben der Tacx NEO und wohl auch der neue Elite Drivo mehr zu bieten. Ein wichtiges Kriterium für alle, die in Mehrfamilienhäusern wohnen
  • Die kostenfreie Wahoo App ist eine leicht zu bedienende Option für die Trainingsteuerung. Will man jedoch Workouts zuvor planen oder die Einheiten nachher analysieren, kommt man um Drittanbieter Software (meist kostenpflichtig) nicht vorbei
  • Einige Signalstörungen hatte ich, bei denen partout keine Verbindung zu Tablet oder PC hergestellt werden konnte. Grund waren vermutlich Probleme/Störungen durch ein Wireless Signal. Dies sollte aber mit neuerer Firmware mittlerweile behoben sein
  • Schwer und unhandlich. Die hochwertige Verarbeitung macht den Kickr zu einem wahren Koloss. Ich benutze den Kickr zum Teil für Leistungsdiagnostiken außer Haus. Man kann ihn zwar für unterwegs etwas zusammenklappen, aber es ist dennoch nicht sehr praktikabel

Fazit des Wahoo Kickr Dauertests

Als Trainingsgerät mit voller Kontrolle über alle Bedingungen ist der Kickr derzeit wohl die Alternative mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Durch die Kompatibilität mit fast allen Trainingsplattformen sollte auch jeder, der Indoortraining bisher wie die Pest gemieden hat, die für ihn passende Kombination finden – insbesondere, wenn man bereit ist noch 100-150€/Jahr für Software auszugeben UND Lautstärke nicht wirklich ausschlaggebend ist.

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Zur Person: Philipp Diegner

Philipp Diegner

  • Sportwissenschaftler und Certified Sports Nutrionist; Master of Science (MSc) in Sports and Health Sciences (University of Exeter)
  • Spezialisiert auf Trainingsplanung und Leistungsanalyse, insbesondere im Radsport
  • Coaching diverser Elite-/Cat-1 Athleten in Deutschland/International
  • Dienstleistung SevereCoaching: fortschrittliche Leistungsdiagnostik, Ernährungsdiagnostik, umfangreiche und persönliche Trainingsplanung
  • Autor und Trainingsexperte für die RennRad Zeitschrift
  • Wer Interesse hat, sich von Philipp für 2017 fitmachen zu lassen, kann sich gerne bei Philipp melden. Bedingung ist jedoch die Nutzung eines Powermeters!!

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