Home » Kategorien » Interviews » Warum Indoor-Training auf der Rolle immer beliebter wird – Frank Jeniche von Wahoo nennt Gründe

Warum Indoor-Training auf der Rolle immer beliebter wird – Frank Jeniche von Wahoo nennt Gründe

by Daniel

Wahoo ist einer der führenden Hersteller im sogenannten Smart-Rollentrainer-Markt. Simpel gesprochen: Eine Rolle, mit der du, im Gegensatz zu früher, Outdoor-Fahrten sehr nah an der Realität nachsimulieren kannst – vor allem in Kombination mit Trainings-Apps wie Zwift. Ich sprach mit PR Manager Frank Jeniche über die Entwicklung dieses Segments in Deutschland – bekanntlich ein sehr eigener Markt.

Wahoo KickrDieser Winter war mein Premierenwinter.

Zum ersten Mal habe ich über einen längeren Zeitraum sehr strukturiert auf der Rolle trainiert. Wahoo stellte mir mit dem Kickr eins der aktuellen Premium-Modelle am Rollentrainer-Markt zur Verfügung. Zwift gewährte mir einen Presse-Testzugang, um Einblicke in das interaktive Indoor-Cycling zu bekommen.

Beide Male hieß es: Teste mal bitte, und beschreibe deine Erfahrungen damit.

Okay, wird gemacht!

Meinen Erfahrungsbericht zum Wahoo Kickr und der Zwift-App könnt ihr hier nachlesen. Einen etwas genaueren Blick auf Zwift (deutsche Anleitung) habe ich zusammen mit Coach Philipp Diegner nochmal hier vorgenommen.

Jetzt interessierte mich – neugierig wie ich bin – aber auch die andere Seite.

Wie ergeht es Wahoo auf dem deutschen Markt? Der deutsche Markt ist bekanntlich sehr eigen – was in vielen teilen der Welt gut funktioniert, muss nicht unbedingt bei uns wie geschnitten Brot funktionieren.

Um dieser Frage nachzugehen, habe ich einmal ganz nonchalant Wahoo-PR-Manager Frank Jeniche angehauen und ihm diese Fragen gestellt.

Frank habe ich übrigens auf der Zwift-Tour im Trek Store (Beweisfoto hier; Mann mit Mikro) in München kennengelernt – sehr sympathischer Kerl…

Die Entwicklung des Wahoo Kickr auf dem deutschen Markt

Wahoo-Kickr-ZwiftWie zufrieden seid ihr mit der Entwicklung des Kickr auf dem deutschen Markt?
Sowohl der KICKR als auch der KICKR SNAP werden im Markt sehr gut angenommen. Wir merken dass sowohl direkt an den Abverkaufs- und Nachorderzahlen, als auch in Form von positivem Feedback der Radfahrer.

Unterscheidet sich der deutsche Markt von anderen Märkten bzgl. Indoortraining-Nutzung/Beliebtheit
Indoortraining ist auch in Deutschland ganz klar ein Thema, das sich steigender Beliebtheit erfreut. Sicherlich sind uns Märkte wie UK, Asien und Nordamerika da noch voraus, aber Europa holt auf! Interessanterweise wandelt sich, gerade im deutschsprachigen Raum, das Nutzerverhalten.

Anzeige

War bisher „die Rolle“ eher ein Ausweichtrainingsgerät für die Schlechtwetterzeit, entdecken immer mehr Radfahrer die Vorteile von ganzjährigem Indoor-Training – gerade auf der Performance-Ebene, wo immer wieder Trainingseinheiten unter reproduzierbaren, gleichbleibenden Bedingungen gefragt sind, um etwa Leistungsentwicklungen zu überprüfen und das Training gezielt zu steuern.

Eine Reihe namhafter Coaches setzen diese Form des Trainings inzwischen ganzjährig ein. Und das „Userprofil“ erweitert sich ständig. Waren zu Beginn eher die sehr engagierten Radrennfahrer und Triathleten aktiv, kommen jetzt immer mehr Mountainbiker und sogar Motocross-Racer dazu. Und natürlich tragen Online-Plattformen wie Strava und Zwift ihr Übriges zum Thema Ganzjahres-Indoorcycling.

Für welche Kundengruppen eignet sich der Kickr insbesondere?
Der KICKR ist sowas wie eine Allround-Lösung für alle, die Spaß am Radfahren haben. Ob nun der allgemeine Fitnessgedanke im Vordergrund steht oder gezieltes, spezifisches Leistungstraining. Der Wahoo KICKR ist eine perfekte Basis für eine Vielzahl von Bikern. Durch die einfache Handhabung und den direkten Antrieb ohne Hinterrad eignet er sich auch perfekt für Mountainbiker, Crosser, Gravel-Enthusiasten und Trekkingbike-Liebhaber. Einfach das Hinterrad raus, Bike einspannen und los geht´s. Dazu dann die einfachste aller Konfigurationsmaschinen – die Smartphone-App – und die Welt des Indoorcyclings steht einem offen. Und genau darum geht´s: Aus ödem „Rollentraining“ wird modernes, sehr realistisches Indoorcycling.

Ihr spielt mit dem Tacx Neo und Elite Drivo in der Premiumliga der Indoor-Trainer. Warum sollte sich der Kunde für einen Kickr entscheiden?
Mit dem KICKR haben wir vor zwei Jahren den Markt für Indoor-Trainer quasi revolutioniert. Man kann schon sagen, dass, unter anderem durch Wahoo und den KICKR, ein neuer Zugang zum Thema „stationäres Radfahren“ geschaffen wurde. Uns war es wichtig, einen stabilen, soliden und einfach zu bedienenden Indoor-Trainer mit höchstmöglicher Nutzungsmöglichkeit zu schaffen. Eine offene Vernetzung mit den gängigen Apps, Computern, Powermetern, Sensoren und weiteren Softwarelösungen wie Zwift steht bei Wahoo ganz oben auf der Prioritätsliste.

iPad Halterung Zwift

interaktive Trainings-App Zwift

Und rein persönlich: Weil mir der KICKR ganz simpel ein superrealistisches Fahrgefühl vermittelt und ich schnell und selbsterklärend Spaß auf dem Fahrrad haben kann, ohne mich durch irgendwelche Unter-Unter-Untermenüs quälen muss. Und weil der KICKR einfach „steht“ – superstabil, auch wenn´s mal Intervalle „hagelt“.

Mir persönlich gefällt die hochwertige Verarbeitung am Kickr. Kaum ein Teil aus Plastik. Was war euch bei der Produktentwicklung das Wichtigste?
Der Leitgedanke von Wahoo ist Simplizität, Kundennutzen und Qualität. Diese drei Eckpfeiler hat der Firmengründer Chip Hawkins bei all seinen Überlegungen und allen Wahoo Produkten als Grundlage definiert. Der KICKR soll einfach zu bedienen sein und lange Spaß bringen. Aufstellen, Radgröße einstellen, Rad montieren, mit der App konfigurieren – und los geht´s! Und das für lange Zeit – einfach Spaß am eigenen Training und mit Wahoo haben.

Nichts nervt Chip mehr als Produkte, die nicht optimal funktionieren – oder wenn er sich stundenlang mit Einrichtung, Aufbau etc. beschäftigen muss. Hat doch keiner wirklich Lust drauf! Und das merkt man eben, sowohl beim KICKR als auch bei unseren GPS-Computern ELEMNT und BOLT.

Ein weiterer Grund für den Kickr ist die Eignung für Intervalltrainings. Während man draußen stets freie Strecke braucht mit wenig Verkehr und Ampeln, lassen sich Intervallsessions und auch FTP-Tests perfekt daheim absolvieren. Merkt ihr bei den ambitionierten Fahrern hier eine stärkere Nutzung auch bei schönem Wetter – vielleicht gerade für diese Zwecke?
Genau hier findet gerade ein Umdenken statt! Engagierte Sportler wollen effektiv und effizient trainieren, leisten sich Coaches, Bikefitting und Trainingslager. Sie optimieren nicht nur ihr eigentliches Material, sondern auch die übrigen Parameter wie Ernährung und Trainingsbedingungen. In diesem Zuge bekommt das Thema Indoor-Cycling eine ganz neue Rolle. Immer mehr Coaches implementieren Indoor-Trainingseinheiten in ihre ganzjährigen Pläne. Angefangen von den regelmäßigen Leistungstests unter gleichbleibend reproduzierbaren Bedingungen bis hin zu regelmäßigen Intervallsessions. Und das wird angenommen!

Die Gründe dafür sind vielfältig: Sicher spielt die Reproduzierbarkeit des Umfeldes eine Rolle, aber auch das wesentlich verbesserte Fahrgefühl moderner Smart-Trainer wie KICKR etc. Dazu kommt zeitliche Flexibilität und Effizienz. Was bei Radrennfahrern und Triathleten angefangen hat, greift jetzt schon auf Mountainbiker (von XC-Racern bis hin zu Enduro- und DH-Piloten) über. Parallel dazu kommen auch Sportler aus anderen Disziplinen immer öfter auf das Thema Indoor-Cycling mit dem eigenen Bike und dem KICKR, die Gründe sind eigentlich die gleichen wie bei der Core-Bikegemeinde. Schaut man heute in USA und Asien in die Managerbüros, sieht man immer mehr Indoor-Stationen. Durch moderne, vernetzte Smart-Trainer wie dem KICKR wird Radfahren als Fitness-Übung integraler Bestandteil eines aktiven Lifestyles. Auch dieser Lifestyle-Gedanke wird in Deutschland immer stärker.

Weiterführende Links:
– Übersicht der aktuellen Smart-Rollentrainer (Link)
– Erfahrungsbericht Zwift auf Deutsch (Link)
– Erfahrungsbericht Wahoo Kickr (von Daniel | von Philipp Diegner)

Das könnte Dir auch gefallen: