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Stevens Xenon im Test: Wie fährt sich Wout van Aerts Strade Bianche Bike (3. Platz)?

by Daniel

Erstmals durfte ich ein Stevens Bike testen. Das Stevens Xenon, das Rennrad mit dem Wout van Aert einen grandiosen dritten Platz bei der Strade Bianche einfuhr und die Herzen der Radsportfans im Sturm eroberte.

Stevens Xenon im Test

Stevens Xenon im Test

Das ist der Rahmen, den unser Wout van Aert fährt!

Okaaay, cool. Genau der jetzt oder grundsätzlich der Rahmen?

Anfang des Jahres, ich bin in Elternzeit in Thailand, als ich mit den Jungs von Stevens aus Hamburg telefoniere.

Es geht um einen Testbericht für das Stevens Xenon. Das besagte Bike mit dem Cross-Superstar Wout van Aert, nach seinem krassen Einsatz bei der Strade Bianche am Schlussstich eroberte er mein Herz im Vollsprint, das eine oder andere Rennen im Frühjahr bestritt.

Würde das Xenon mein Herz ähnlich schnell gewinnen?

Diese Frage stellte ich mir, als ich ein paar Wochen später bei Vit Bikes in München reinschneite, um das Bike für ein paar Wochen abzuholen und zu testen.

Erster Eindruck:

Sehr, sehr leicht für ein Bike in der Preisklasse (unter 3.000€).

Lenker etwas breit, aber das sagt nix über den Rahmen. Und der sieht nach nem recht schnellen Exemplar aus. Etwas später finde ich den Stack to Reach Wert in der Geometrie Tabelle des Herstellers: 1,47 (Gr. 58).

Die Nerds unter euch werden die Zahl sofort einordnen können.

Für all diejenigen, die nicht direkt wissen, was diese Zahl bedeutet:

Das ist noch eine sogenannte Renngeometrie, knapp unterhalb des Komforts eines Marathonbikes, die bei 1,5 losgehen (siehe mein Stack to Reach Video).

Stevens würde den idealen Einsatz des Xenon mit schnellen Rennen und Kriterien bezeichnen. Ich auch. Höhenmeter dürfen die Rennen übrigens auch haben, denn das Xenon ist überraschend leicht.

Dazu später mehr.

Soweit so theoretisch, schauen wir mal ein paar Monate später, wie es sich anfühlt mit dem Stevens Xenon Knallgas zu geben.

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Im Test: Das Stevens Xenon (2018)

Stevens Xenon im TestIm Folgenden meine ganz persönlichen Eindrücke…

Optik & Geometrie des Stevens Xenon

Vorweg, ich tue mich, offen gesprochen, etwas schwer, das Stevens Xenon zu bewerten. Einer der Gründe ist sicherlich, dass das Bike in der Ausstattung, wie ich es hatte, nicht meinem finalen Wunschbild entspricht

Wie ist denn das finale Wunschbild?

Sagen wir mal so, der Rahmen hat ein sehr ordentliches Potenzial, schaut man sich das Setting an, mit dem die Jungs vom PKT Team Verandas Willems bei Paris–Roubaix und Co. an den Start ging (siehe Instagram Bild), dann sind das schon optisch Welten.

  • bei der Lackierung ist vieles Geschmacksache, aber in Kombination mit den Einstiegslaufrädern (machen bekanntlich viel am Gesamtbild!) hat es mich jetzt nicht umgehauen – muss man aber fairerweise sagen: Das hat NICHTS (!!) mit dem Rahmen zu tun
  • wären an dem Stevens Xenon etwas „knackigere“ Schlappen dran; wahrscheinlich würden die Mavic R-Sys schon reichen, dann gibt das dem Bike gleich einen ganz anderen Look
  • das Xenon kommt in zwei Farben, einmal in grau/blauer Lackierung, einmal in schwarz mit neongelbem Schriftzug – mir persönlich gefällt die graue Variante deutlich besser (schaut euch mal die NEUEN Farben an, sieht in weiß wirklich geil aus!!)
  • was mir am Rahmen gefiel war die definitiv sehr angenehm, sportliche Sitzposition
  • der eingangs genannte Stack to Reach Wert lässt es schon vermuten, man merkt beim Bike, dass es ordentlich Zug hat, es ist jetzt aber nicht so „unangenehm“, wie ein hartes Aero-Rad, dass man jetzt gleich wieder absteigen möchte
  • der Lenker an meinem Bike war etwas zu breit, würde ich mir das Bike kaufen, dann mit einem schmaleren Lenker (42er passt meist)

Schaut euch mal die folgenden Bilder des Xenon Bikes an (siehe Link bei Stevens), mit den entsprechenden Laufrädern und den Lackierungen ist es ein echt schönes Rennrad.

Gewicht des Stevens Xenon

Stevens Xenon im TestBei dem Punkt muss man nicht lange rummachen. Für einen Einstiegspreis von 2.339€ bekommt man ein wirklich sehr, sehr leichtes (und auch steifes) Rennrad.

  • mit Ultegra Gruppe (2.749€) ausgestattet, kommt das Rad auf ein Gewicht von ca. 7 kg – legt man ein paar Euros drauf (SRAM red, 4.069€), dann wiegt das Rad schmale 6,7 kg
  • entscheidenden Einfluss auf das niedrige Gewicht hat der gerade einmal 925 g leichte Rahmen
  • die Sattelstütze ist ebenfalls aus Carbon, wie auch die Gabel des Bikes – beides ebenfalls nicht von Nachteil, will man etwas am Gewicht sparen
  • das zulässige Gesamtgewicht des Stevens Xenon sind 115 kg – ihr könnt also auch mal nen Knödel mehr essen

Fahrverhalten des Stevens Xenon 

Stevens Xenon im Test

  • das Xenon fährt sich wirklich sehr, sehr angenehm
  • die Lenkung ist nicht zu nervös, die Steuerrohrlänge beträgt bei der Rahmengröße (58) 180 mm
  • die sogenannte Gabelvorbiegung liegt bei allen Rahmengrößen bei 43 mm
  • das leichte Gewicht merkst du in den Anstiegen, braucht man nicht viel zu sagen, außer: sehr angenehm!
  • eine weitere schnell spürbare Eigenschaft war die hohe Steifigkeit des Tretlagers… ich konnte den exakten Wert jetzt nirgends finden, bei dem einen oder anderen Antritt merkte man schnell, wie die Kraftübertragung in den Rahmen nach vorne „wanderte“…

Fazit des Stevens Xenon Tests

Ihr sehr selbst, die reinen numerischen Werte des Xenon sind schon sehr attraktiv, insbesondere für die Preisklasse von deutlich unter 3.000 Euro.

Schaut man sich die Bilder des aufgepimpten Stevens Xenon bei den Profis um van Aert und Co. an, oder z.B. mit den neuen Lackierungen (v.a. weiß!!!!), dann ist das Xenon schon ein echt hübsches und auch begehrenswertes Rad zum sehr fairen Preis!

Stevens Xenon im TestStevens Xenon im Test

Kommen wir zur Mutter aller Fragen:

Würde ich mir das Stevens Xenon kaufen?

In der Ausstattung, wie ich es zur Verfügung hatte: nicht!

Dafür müssten andere Laufräder aufgezogen werden – zudem gefallen mir die neueren Lackierungen deutlich besser. Im Weißton mit entsprechenden Laufrädern und schmalerem Lenker wiederum ein ganz klares: ja!

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