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Das schönste Rennrad auf dem Markt? Christian hat das S-Works Tarmac SL6 unter Extrembedingungen getestet!

by Daniel

Christian durfte beim Ötztaler 2018 nicht nur als SpeedVille Reporter an den Start gehen und dabei von Elitecoach Philipp trainiert werden – für dieses Unterfangen wurde ihm auch noch das Tarmac SL6 von Specialized zur Verfügung gestellt: sein absolutes Wunschbike! In dieser Q&A Session sprechen wir über seine Erfahrungen mit dem Hingucker: Fühlt es sich auch so gut an wie es aussieht?

S-Works Tarmac SL6 im Test

Tarmac SL6 von Specialized

Von Christian Kratz

Rund um das Projekt „Road to Ötzi 2018“ hatte ich für sechs Wochen die Gelegenheit eines der aktuellen Topmodelle von Specialized, das S-Works Tarmac SL6, ausgiebig zu testen.

Die ultimative Härteprüfung war der Ötztaler Radmarathon Anfang September; 238km , 5500 hm über vier Alpenpässe bei Regen, Nebel und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.

(Anm. Daniel: Schaut euch unbedingt Philipp Diegners sehr illustre Analyse von Christians Ötztaler an (siehe Link). Hier haben wir per Youtube Video seine Leistung unter widrigsten Bedingungen analysiert. Fragestellung: Warum wurde aus Sub 8 „nur“ Sub 9? Musst gucken!)

Einen Monat nach dem Ötztaler sitze ich mit Daniel Müller bei einem Espresso zu einem kleinen Q&A zusammen.

Tarmac SL6 im Test: Christians Erfahrungen beim Ötztaler 2018

Wir haben diesen Erfahrungsbericht nach den Themengebieten Optik, Geometrie, Fahrverhalten und Komfort aufgeteilt.

Optik & Geometrie des Tarmac SL6

S-Works Tarmac SL6 im Test

Hinweis: Am Ende zeigt Christian nochmal auf, wie das genaue Setup seines Tarmacs war, damit ihr einschätzen könnt, wie Christians Körpergröße (Typ echte Rennmaschine!) mit euren Maßen übereinstimmt – oder auch nicht.

Frei vorweg: Wie gefällt dir das Bike rein optisch?

In der Rahmengröße 56 sind die Proportionen wirklich „on Point“. Geschmackvolle Linienführung und minimalistisches Design, für mich ohne Frage aktuell eines der schönsten Rennräder auf dem Markt.

Gibt es Aspekte, die dir beim Design des SL6 besonders gefallen?

Ich sag mal: Cleane Formsprache trifft auf klassische Eleganz. Von der optimierten Gabel, dem D-Profil von Sattelstütze und Sattelrohr bis zu den tiefliegenden Sitzstreben, die Aero-Optimierungen des Tarmac sind dezent verpackt und fügen sich geschmackvoll ins Gesamtbild ein.

Beim Cockpit hast du weiterhin die bewehrte Lenker-Vorbau-Kombination, die Felgenbremsen sitzen an gewohnter Position, und die hauseigene Turbo-Cotton-Bereifung erinnert ein bisschen an die Renner der alten Tage.

Das Bike ist ein topmoderner High-End Rennrad und trotzdem bleibt ganz deutlich die klassische Rennrad-DNA erkennbar. Optisch ist es genau dieser Mix aus klassisch und modern, der mir persönlich beim Tarmac besonders gefällt.

Du bist mit dem Tarmac den Ötzi gefahren. Hat es aus deiner Sicht die dafür passende Geometrie?

Das Rad ist perfekt für den Ötzi.

Lange Anstiege, knackige Abfahrten, da ist das Bike in seinem Element. Wenn es dir auf schnelle Zeiten ankommt gibt’s praktisch nichts Besseres.

Das Rad ist eindeutig kein Vertreter der aktuellen Komfort-Marathon-Bewegung. Die Geometrie ist ohne Frage sportlich, aber ich muss ehrlich sagen, ich war überrascht wie komfortabel sich das Rad in der Praxis doch fährt.

S-Works Tarmac SL6 im Test

Wer über 5.000 hm am Stück fährt, bekommt einen perfekten Eindruck vom Gewicht des Rads. Wie fällt dein Fazit aus?

Das „Trockengewicht“ des Rennrads ohne Pedale liegt bei 6,38 kg, inklusive der 50mm tiefen Roval CLX Carbonlaufrädern, ein Topwert!

Es ist eines der leichtesten Räder, die ich bisher fahren durfte. Den Effekt spürst du bei jedem einzelnen Höhenmeter, es zieht dich förmlich den Berg hoch.

Mein Ötzi Setup mit 25mm Conti 4000S II Mänteln und Conti Race Schläuchen, die ich wegen der schlechten Wetterprognose montiert hatte, inklusive Flaschenhaltern, Leistungsmesser (Garmin Vector 3) und der Standard Wahoo Halterung (ohne Rad-Computer) lag bei 6,8kg – exakt auf UCI-Minimalgewicht also.

Nach dieser Erfahrung wird die Umstellung zurück auf mein Alu-Canyon verdammt hart.

Ach ja, für die hardcore Weight-Weenies gibt’s den Rahmen übrigens auch in einer exklusiven „Ultralight“-Version mit ultradünner 10g-Lackierung.

Kannst du uns den Stack to Reach Wert des Bikes nennen?

Bei meiner Rahmengröße 56 liegen wir bei einem Wert von 1,43 (Stack: 565mm, Reach: 395mm). Das deckt sich dann auch mit meinem subjektiven Fahrgefühl.

Auf dem Tarmac sitzt du durchaus sportlich aber keinesfalls überstreckt.

Fahrverhalten & Komfort des S-Works Tarmac

S-Works Tarmac SL6 im TestS-Works Tarmac SL6 im Test

Als wie komfortabel würdest du das Tarmac beschreiben? Hattest du nach einer gewissen Zeit Schmerzen?

Trotz sportlicher Geometrie fährt sich das Rennrad wirklich komfortabel. Ob das an den tief angesetzten Sitzstreben liegt oder auch an der neuen Carbon Struktur – keine Ahnung.

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Was auch auch immer sie da bei Specialized „gezaubert“ haben, es funktioniert verdammt gut. Wie sich bei meiner letzten Sitzpositionsanalyse herausgestellt hat, passt auch der S-Works „Toupé“ Sattel für meine Bedürfnisse optimal.

Und nicht zuletzt trägt sicherlich auch die 26mm breite Turbo Cotton Bereifung zum Komfort bei. Schmerzen hatte ich beim Ötzi trotzdem (siehe Christians Erfahrungsbericht zum Ötzi 2018, aber da konnte das Tarmac nichts dafür…

Wie würdest du das Fahr- und Lenkverhalten beschreiben? (Laufruhig vs. agil)

Spätestens wenn du die ersten Meter auf dem S-Works gefahren bist, merkst du, dass du hier ein Rad der absolutes Spitzenklasse unterm Hintern hast.

Das Tarmac ist ein unheimlich komplettes Rad: Agil, präzise trotzdem enorm fahrstabil. Das Rad lässt sich auch bei schnellen Richtungswechsel und rasanten Abfahrten nicht aus der Ruhe bringen.

Das Tarmac klebt förmlich auf dem Asphalt und das gibt enormes Vertrauen – ideale Voraussetzungen also für schnelle Abfahrten beim Ötzi.

Junge, Junge und wenn Du auf der Geraden richtig antrittst, knallt das Ding los wie auf Schienen. Das ist so ein geiles Gefühl, du spürst regelrecht wie effizient die Watt bei jeder Pedalumdrehung in Vortrieb umgesetzt werden.

Immer wieder verleitet dich das Rad dazu in den Wiegetritt zu gehen. Irgendwas schreit plötzlich schneller und schneller. Ohne Witz, mit dem Tarmac fällt es schwer, langsam zu fahren.

Welche Übersetzung hattest du auf dem Bike? Für den Ötzi ok oder zu hart?

Das Tarmac kommt in der S-Works Ausführung standardmäßig mit 52/36 – 11/30. Für mich die optimale Ötzi-Übersetzung.

S-Works Tarmac SL6 im Test

Welche Gruppe hattest du auf dem Bike? Deine Bewertung?

Dura Ace Di2.

Nur bei der Kurbel, ist die In-House S-Works-Kurbel verbaut, die soll sogar noch in paar Gramm leichter sein als die von Shimano.

Die Di2 schaltet knackig und tadellos. Das Teil funktioniert einfach präzise wie ein Uhrwerk.

10/10 Punkte.


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Mit Philipp Diegner habe ich dieses kostenfreie E-Book (Titel: „Richtig trainieren für den Ötztaler Radmarathon„) veröffentlicht, in dem wir euch aufzeigen, was alles beachtet werden muss, damit es mit der gewünschten Leistung beim Radmarathon in Sölden klappt.

Ist alles drin:

  • Saisonplanung und Trainingstipps
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Wie würdest du die Steifigkeit des Rahmens bewerten?

Ich kann hier natürlich nur meine subjektive Erfahrung widergeben. Aber wie schon gesagt, die ist einfach sensationell. Es ist wirklich auffallend wie direkt die Kraftübertragung stattfindet.

Übrigens auch die Roval CLX 50 Laufräder mit den CeramicSpeed Innenlagern liefern eine top Performance und haben mich ehrlich gesagt sehr positiv überrascht.

S-Works Tarmac SL6 im Test

Vogelperspektive auf das Tarmac

Was wären aus deiner Sicht die idealen Einsatzzwecke?

Das Tarmac ist die perfekte Allroundwaffe. Ein Renner, mit dem du vom Kriterium bis zum Alpenmarathon prinzipiell alles machen kannst.

Klar, wer die ultimative Aero-Performance sucht, ist mit einem reinrassigen Aero Renner sicherlich besser bedient, aber sobald entsprechend Höhenmeter dazukommen, gibt’s nichts Besseres.

Absolute Champions League, natürlich auch beim Preis versteht sich.

Christians Setup:

  • Vorbaulänge: 10cm
  • Lenkerbreite: 42cm
  • Spacerturm: 1cm
  • Rahmengröße: 56
  • Gesamtgewicht: 6,38kg
  • Komponentengruppe: Dura Ace Di2
  • Preis: 9.499€
  • Christians Maße: Körperlänge:182cm, Schrittlänge: 90cm

Fotos: Christian Kratz


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