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Pedalo Rennradreisen im Interview

Im Rahmen meines großen Anbietervergleichs für Rennradreisen habe ich Pedalo Rennradreisen bereits mit den wichtigsten Fakten vorgestellt. Da der Kontakt mit den Jungs aber so sympathisch war, habe ich mich dazu entschlossen, Euch noch weitere Detailinfos zu Pedalo zusammenzutragen. Mit Laurenz, Geschäftsführer von Pedalo Radreisen, werde ich daher ein kurzes Interview führen.

Rennradreisen mit Pedalo – perfekt organisiert!

Dieser Slogan soll bei Pedalo, vertreten durch die Geschäftsführer Laurenz und Josef, keine leere Worthülse sein, sondern oberstes Leistungsversprechen.

pedalo-rennradreisen

Bereits seit 1993 organisieren Laurenz (re.) und Josef (li.) nun schon Radreisen der unterschiedlichsten Coleur. Von Genussfahrten bis hin zu knallharten Mehrtagesetappen – bei Pedalo Radreisen ist für jeden Fahrer etwas dabei.

Eins der wichtigsten Marketinginstrumente bei Pedalo ist sicherlich der professionell aufgemachte Katalog, welcher einem die unterschiedlichsten Destinationen, aktuell alle noch in Europa, präsentiert. Also, wer in Ruhe daheim mal die Angebote von Pedalo durchblättern möchte oder sie seinen Kumpels zeigen mag, dem empfehle ich hier den Pedalo Katalog unverbindlich anzufordern. Kostet Euch nix.

Eine Auswahl der Destinationen für Pedalo Radreisen:

– Italien
– Frankreich
– Spanien
– Österreich
– Portugal

Speed-Ville.de: Euer Slogan lautet: „Radreisen – perfekt organisiert.“ Was ist die Herausforderung bei der Organisation einer Radreise? Ihr habt ja mittlerweile schon 22 Jahre Erfahrung. Gibt es da immer wiederkehrende Herausforderungen?

Ui, das alles jetzt hier aufzuzählen würde wohl unseren Zeitrahmen sprengen, denn für eine wirklich perfekt organisierte Radreise müssen viele, viele große und kleine Rädchen ineinander greifen. Ich versuche es daher kurz und bündig:

Das Zielgebiet muss sowohl landschaftlich wie auch kulturell interessant sein. Die Topografie muss zur Zielgruppe passen. Es bringt ja nichts, Rennradler über flache Radwege zu scheuchen und Genuss-Radwanderer über steile Anstiege zu jagen. Wenn möglich, sollten kleine, feine Straßen das Zielgebiet durchziehen. Ach ja, und natürlich sollte die Zieldestination auch noch gut erreichbar sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Unterkünfte die aufgrund der Streckenausgewogenheit in den richtigen Abständen zueinander liegen müssen. Hier legen wir Wert auf rundum nette Unterkünfte mit Charme. Lecker Essen und Trinken sollte man dort natürlich auch können und ein sicheres Plätzchen fürs Schätzchen (das Rennrad 😉 muss auch vorhanden sein.

Bei vielen Reisen gilt es dann noch den Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft zu transportieren. Vor Ort die Räder an die Kunden auszugeben und diese am Ende der Reise wieder einzusammeln. Einen eventuellen Rücktransfer der Kunden (samt eigener Räder) vom Ziel- zum Startort der Reise zu organisieren.

Dann wäre da noch die Erstellung der Reiseunterlagen (Roadbook, Kartenmaterial, Routenbeschreibung etc. pp.). Da gibt es auch immer wieder etwas zu verbessern. Seit letztem Jahr bieten wir zB unseren Kunden zur Orientierung eine eigene App mit mobilen Radkarten an. Da wird es in nächster Zeit noch so manch spannende Neuerung geben.

Speed-Ville.de: Wie stellt ihr sicher, möglichst homogene Radreisegruppen zu haben? Einzelne „überambitionierte“ Teilnehmer würden jede Genusstour stören oder andersrum „Genussfahrer“ eine Hochleistungsgruppe.

So wirklich schwierig ist das eigentlich nicht:

Bei unseren Trainingswochen gibt es für jedes Leistungsniveau eine passende Gruppe, täglicher Wechsel ist natürlich möglich, man ist ja nicht jeden Tag gleich gut drauf. Da ist für jeden etwas Passendes dabei – inkl. einer professionellen Betreuung vor Ort. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch gerne unsere speziellen Wochen wie „Ladies Week“, „Train like a Pro“ oder „Genusswochen“.

Bei unseren „Gruppenreisen mit ohne“ erfolgt die Betreuung durch einen kompetenten, gewieften Begleitbusfahrer der die Reise aus dem Effeff kennt, ein radelnder Guide ist da nicht dabei – braucht es auch nicht. Hier wird erfahrungsgemäß in den Flachpassagen in einem, zwei oder drei Gruppetto/s geradelt. Die Anstiege nimmt dann jeder in seinem eigenen Wohlfühltempo. Das funktioniert immer und wunderbar.

Und bei unseren individuellen Einzelreisen – die es als Strecken-, Rund- oder Standortreise gibt – stellt sich das Problem sowieso nicht, da man sich bei dieser immer beliebter werdenden Reiseart den Tagesverlauf ganz individuell gestaltet. Ach ja, wie der Name schon sagt, sind das Rennradreisen ohne Tour-Guide und Begleitfahrzeug. Da kümmern wir uns um die „Unannehmlichkeiten“ wie Zimmerreservierung, Gepäcktransport, Routenausarbeitung und Co..

Speed-Ville.de: All Eure Reisen bei Pedalo finden in Europa statt. Frage a) was sind deine persönlichen 3 Pedalo-Lieblingsreisen? Frage b) wäre es für Euch vorstellbar auch Reisen auf anderen Kontinenten anzubieten? Was hält Euch aktuell noch davon ab?

  1. Sapperlot! Die berühmt-berüchtigte Frage nach den Lieblingsreisen … schwierig, schwierig. Also: Die eigene Heimat natürlich – in meinem Fall somit Oberösterreich. Und selbstredend gibt es da NATÜRLICH ein buchbares Angebot „Oberösterreichs Vitalwelt“ 😉
    Dann wäre da noch, wie ich finde, das für Rennradler geradezu ideale Südtirol, da finde ich aktuell unsere neue Reise „Südtiroler Dolomiten“ ziemlich schick.
    Und zu guter Letzt, weil immer wieder ein Genuss, die Mallorca-Rundfahrt – am liebsten zum Saisonausklang im Herbst.
  2. Reisen auf einem anderen Kontinent anzubieten steht aktuell nicht auf unserer Agenda. Es gibt noch genug wunderschöne und nicht erschlossene bzw. wenig bekannte Rennrad-Destinationen in Europa, die sehnsüchtig darauf warten, beizeiten wachgeküsst zu werden.

Speed-Ville.de: Fährst du selber noch, wenn es die Zeit und Fitness zulässt, als Guide mit? Auf wie viele Rennradkilometer kommst du im Jahr?

Als Guide bin ich leider nicht mehr unterwegs. Es kommt aber regelmäßig vor, dass sich mein Partner Josef oder meine Wenigkeit als Gast „einschleust“. Wir wollen ja schließlich wissen, was da Draußen so los ist, ein wenig mit unseren Gästen plaudern und die Dinge aus der Sicht des Kunden betrachten.

Mit den Rennradkilometern ist das so eine Sache: Im Schnitt waren es in den letzten vier, fünf Jahren immer so um die vier-/fünftausend Kilometer. Mal mehr, mal weniger. Für 2015 habe ich mir vorgenommen, die Fünftausend wieder zu knacken. Mein heiß-geliebter, elf Jahre „alter“, Moots-Renner will unbedingt wieder mehr ausgeführt werden!

Speed-Ville.de: Wer seit 22 Jahren im Geschäft ist, der hat viel kommen und gehen sehen. Wie hat sich deiner Meinung nach der Radreise-Markt seit 1993 entwickelt?

Das kann ich dir locker-flockig mit nur einem einzigen Adjektiv beantworten: Positiv!

Aus einem Nischenprodukt ist ein wichtiges und vollwertiges Produkt für den Reisemarkt entstanden. Alles ist professioneller geworden, da wir an vielen Dingen gefeilt, verbessert und geschliffen haben.

Hotellerie, Gastronomie, Beförderungsbetriebe, Fremdenverkehrsregionen/-verbände profitieren stark vom Radtourismus und haben sich vielfach auch bestens auf die Bedürfnisse der Radler eingestellt.

Ist der typische Rennradreise-Teilnehmer noch der gleiche wie in den 90ern? Kann man mittlerweile in Regionen, aufgrund Verkehrs oder anderer Umstände, keine Radreisen mehr durchführen? Sind neue spannende Regionen hinzugekommen wie z.B. der Balkan nach dem Krieg in den 90ern…

Unsere Kunden haben sich kaum ge-/verändert – außer, und das freut uns wirklich sehr – dass das Alter der Radreisenden immer bunter wird.

Was aber schon hin und wieder vorkommt, ist, dass so mancher PEDALO-Kunde mit seinem liebgewonnen Renner und Trikot aus den 90ern am Start steht – das aber wiederum finden wir sehr sympathisch!

Bis dato mussten wir noch keine Regionen aufgrund des Verkehrs oder anderer Umstände aufgeben. Hin und wieder nehmen wir eine Reise für ein, zwei Saisons vom Markt, um diese neu zu konzipieren.

Spannende neue Destinationen gibt es immer wieder. Bei uns gerade stark in der Diskussion: Deutschland – warum denn in die Ferne schweifen?

Speed-Ville.de: Der Blick in die Zukunft. Wo siehst du Pedalo Radreisen in 5 Jahren? Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Ich sehe uns auch in den nächsten fünf Jahren dabei, das faszinierende „Produkt“ Radreise Schritt für Schritt zu verbessern. Ich sehe aber auch, dass immer mehr Rennradler das Reisen mit dem Rennrad entdecken werden und es nicht nur als Sport- und Trainingsgerät sehen und nutzen.

Für uns als Unternehmen wünsche ich mir, das wir realistisch bleiben und wir immer mit Feuer und Flamme unserer Lieblingsbeschäftigung – Radfahren natürlich 😉 – nachgehen können.

Speed-Ville.de: Ich bedanke mich für das nette Gespräch lieber Laurenz und wünsche dir und dem gesamten Pedalo-Team weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

Lieber Daniel, danke fürs kurzweilige Interview, es hat unheimlich Spaß gemacht, mit dir über unsere gemeinsame Leidenschaft Rennrad zu plaudern.

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