Home » Kategorien » Interviews » Wird Lennard Kämna der nächste Jan Ullrich? „Ich war immer gut im Zeitfahren, aber nie so stark am Berg“

Wird Lennard Kämna der nächste Jan Ullrich?
„Ich war immer gut im Zeitfahren,
aber nie so stark am Berg“

by Daniel

Am heutigen Tag feiert Lennard Kämna, aktueller U23-Europameister, bei der Abu Dhabi Tour sein Debüt in der WorldTour. Gerade einmal einen guten Monat ist es her, da führte ich in meinem gratis e-Magazin Interview Sessions ein sehr ausführliches Gespräch mit dem sympathischen Bremer, in dem ich ihn u.a. nach dem Druck fragte, der auf seinen schmalen Schultern lastet – denn für viele Experten ist Lennard Kämna eins der größten deutschen Radsporttalente seit Jan Ullrich. 

Lennard Kämna

Lennard Kämna im großen Interview

Wie fühlt es sich an, Radprofi in einem WorldTour Team zu sein?
Das ist natürlich ein sehr schönes Gefühl, jetzt nochmal eine Liga aufgestiegen zu sein. Ich konnte ja letztes Jahr schon einige Erfahrungen sammeln, bin jetzt aber sehr glücklich, nach einem Jahr im Proconti-Bereich, den nächsten Schritt gemacht zu haben. Es war gut, dass ich nicht direkt von KT in die WorldTour gegangen bin, sondern Schritt für Schritt.

Warum wohnst du eigentlich bei Köln? Es gibt doch bestimmt bessere Regionen in Deutschland für einen Radprofi – wie z.B. Freiburg?
(schmunzelt) Es gibt sicherlich in ganz Europa bessere Plätze, an denen man wohnen könnte als in Köln – also, was die Landschaft fürs Rad fahren anbelangt. Ich habe mich für Köln entschieden, weil hier viele andere Radfahrer wohnen, so hat man eigentlich immer eine gute Gruppe zum Trainieren.

Ein anderer Grund für Köln war der, dass ich vielleicht nochmal studieren möchte. Wenn es so kommen sollte, dann sollte es etwas in Richtung Sport sein. Das muss ich aber noch mit dem Team klären, mal schauen wie sehr ich dann eingebunden werde, ob da überhaupt noch Platz ist für ein Studium. Das war jedenfalls auch einer der Gründe für Köln.

Es gibt sicherlich in ganz Europa bessere Plätze, an denen man wohnen könnte als in Köln – also, was die Landschaft fürs Rad fahren anbelangt.

Welchen Studiengang meinst du? Sportmanagement?
Nein, Sportwissenschaftler würde mich reizen.

So was wie die Jungs von STAPS hier aus Köln?
Ja, genau.

Nicht weit entfernt wohnen Nils Politt und André Greipel. Nils hat mir im Interview einmal verraten, dass er öfter mit André Greipel trainiert. Bist du dann auch dabei?
Mit Nils Politt habe ich jetzt noch gar nicht trainiert, mit André ein Mal. Ich fahre öfters mit Phil Bauhaus. Aber irgendwie gestaltet es sich dann doch meist sehr schwierig, zusammen zu trainieren, auch wenn hier so viele Fahrer wohnen: Hier bei Hürth wohnen echt viele Profis, Amateure und auch B-Fahrer, die ich z.B. noch von der U15 kenne. Aber jeder hat seinen eigenen Trainingsplan, dazu kommen dann die unterschiedlichsten Termine dazwischen: Der eine muss mal zum Zahnarzt, der andere zum Hautarzt – irgendwas ist immer. Dann sind es am Ende doch nur 1-2 Leute, mit denen man raus fährt.

Wo geht es meistens hin, in Richtung Eifel oder Bergisches Land?
Ich wohne ja erst seit 3 Wochen hier. Meistens ging es in Richtung Eifel. Ich kenne mich aber noch nicht so gut aus, als dass ich dir die genauen Ortschaften und Strecken nennen könnte.

Du bist im September 1996 geboren, die Zeit, als der Radsport-Boom in Deutschland losging. 20 Jahre später bis du einer der Hoffnungsträger. Spürst du einen gewissen Druck auf deinen Schultern?
Um ehrlich zu sein: Nein, nicht wirklich. Es wird natürlich immer gerne was geschrieben. In Richtung Tour de France oder sonstigen Dingen, v.a. in Richtung Gesamtklassement.

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Aber so ist das Spiel: Man sieht halt, der Junge ist dünn und gut im Zeitfahren. Daraus wird dann immer gleich geschlossen, der könnte ja mal Gesamtfahrer werden.

Ich selber mache mir aber wenig Stress. Aber so ist das Spiel: Man sieht halt, der Junge ist dünn und gut im Zeitfahren. Daraus wird dann immer gleich geschlossen, der könnte ja mal Gesamtfahrer werden. Das wäre natürlich irgendwo ein wunderbarer Traum, aber das ist noch sehr, sehr weit weg. Ich bin ja gerade einmal 20 Jahre alt – in den nächsten Jahren werde ich sehen, wie sich das entwickelt.

Kannst du uns sagen, bei welchen Rennen du in 2017 an den Start gehen wirst?
Es gibt einen Rennplan, aber da sind aktuell noch keine wirklich großen Rennen drin. So wie es aussieht, wird mein erstes Rennen Ende Februar in Abu Dhabi sein. Danach kommen dann Schritt für Schritt weitere Rennen hinzu – aber ein richtiges Highlight werde ich in 2017 noch nicht haben.

Die Tour de France steht im nächsten Jahr also noch nicht auf dem Zettel?
Nein, noch keine Grand Tour (schmunzelt).

Bis Mitte/Ende der Nuller wurde im Radsport exzessiv betrogen. Junge Profis wie du sind in einer Zeit aufgewachsen, als der Radsport am Boden war. Wie hast du diese Jahre erlebt?
Um ganz ehrlich zu sein…

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Das komplette Interview mit Lennard Kämna könnt ihr in meinem gratis e-Magazin „Interview Sessions“ nachlesen…

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Vorschau des Magazins

– Interviewgäste: Lennard Kämna, Patrick Hagenaars (5. beim Ötzi 2016), Franco Adamo (Strassacker), Markus Storck
– 56 Seiten
– auf allen Endgeräten lesbar (iOS, Android, PC, MAC)
– hochwertiges PDF-Magazin

Patrick Hagenaars
Tolle Fotos von Rainer Kraus
Franco Adamo (Strassacker)
Lennard Kämna
Artur Tabat (Rund um Köln)
Lennard Kämna
Oder-Fragen mit Franco
Markus Storck

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