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Die Radsport-Mafia und ihre schmutzigen Geschäfte (Tyler Hamilton, Daniel Coyle)

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Ein super Buch. Tyler Hamilton war einer der stärksten Helfer an der Seite von Lance Armstrong im Team US Postal von 1995 bis 2001.

Hamilton, gestartet als junger ambitiobnierter Radler, der sich wie David Millar lange Zeit gegen Doping gewehrt hat, beschreibt sehr detailliert das System Lance Armstrong aber auch die allgemeinen Dopingpraktiken in der Szene. Neben sehr interessanten Einblicken hinter die Kulissen beeindruckt in diesem Buch vor allem, wie Lance Armstrong seine Macht nutzte um das Peloton zu kontrollieren. Da Tyler Hamilton einer der engsten Vertrauten von Lance Armstrong war, werden dem Leser hier sehr interessante Einblicke gewährt in das Universum Lance Armstrong. Flüge mit dem Privatjet nach Spanien zu Dopingbehandlungen, Schlägereien mit wütenden Autofahrern in Südfrankreich oder allgemeine Rennsituationen

Fazit:

„Tyler Hamilton – Die Radsport Mafia“ spielt mindestens in einer Liga für mich, wie David Millar’s Buch. „Vollblutrennfahrer“. Tyler Hamilton steht sinnbildlich für eine Generation junger Rennradprofis: jung, keine Ausbildung, talentiert und gewillt ohne Doping Radrennen zu fahren. Aufgrund der steigenden Erwartungshaltung von außen, wie Sponsoren und Teammanagement, maximal erfolgreich zu sein, knickte diese Generation nach einer absehbaren Zeit ein. Taxifahren oder Hilfsarbeiten für kleines Geld waren die Alternative zum Jetset-Glamourleben eines Rennradprofis.

Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt. Wie hätte man sich selber in der damaligen Zeit verhalten? Der Großteil des Pelotons dopt und man selber versucht clean zu fahren. Ein Kampf gegen Mühlen. Ein aussichtloser Kampf. Meines Erachtens ist die Schuld nicht beim Fahrer zu suchen sondern eine Frage des Systems. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

Meine Meinung:

Mega interessantes Buch. Wer wissen will, wie es im Team US Postal um Lance Armstrong oder weiteren Spitzenteams Anfang des Jahrtausend zuging, muss sich nicht nur warm anziehen sondern auch dieses Buch lesen.

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