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Abgeguckt vom Kirchmair: Warum ich mit dem Gravelbike bei Eschborn-Frankfurt an den Start ging!

by Daniel

[Unterstützt durch Produktplatzierung] Mit dem Gravelbike Rose Backroad ging ich beim Frühjahrsklassiker Eschborn-Frankfurt an den Start, was den einen oder anderen im Feld tatsächlich aufblicken ließ. Wie sich so ein Rennen mit 38er-Reifen fährt, wie man damit den Feldberg hochkommt, all das in diesem Rennbericht.

Gravelbike: Rose Backroad

Ihr werdet euch wahrscheinlich (spätestens) jetzt über mich wundern!

Fürs Straßenrennen Eschborn-Frankfurt schwebte mir die ganze Zeit dieser etwas „verrückte“ Gedanke durch den Kopf: 

Warum nicht mal einen auf Stefan Kirchmair machen und mit dem Gravelbike „Rose Backroad“ beim Radrennen an den Start gehen? 

Gravelbike? Rennen? Wie komme ich drauf?

Als ich in 2017 das Kühtai beim Ötzi hochfuhr, war Stefan – natürlich im Kaffeefahrtmodus – für einige Zeit neben mir mit seinem orangenem KTM Crosser/Gravelbike.

Auf die Frage nach dem Warum, schwärmte er von der größeren Flexibilität und dem sehr angenehmen Fahrgefühl. 

Exakt so fühlt sich das für mich auch in den letzten Wochen mit dem Backroad an.

Mehr Sicherheit durch breitere Schlappen

Zudem ein deutlich geringere Gefahr einen Reifenplatten zu haben, da mehr Sicherheit in den Abfahrten.

Und siehe da, nach längerem Überlegen viel mir tatsächlich kein ernstzunehmender Grund ein, es NICHT mit dem Gravelbike zu tun.

Denn…

  1. ich fahren nicht auf Ergebnis
  2. ich würde gerne währenddessen ein paar Videos für unseren Youtube Kanal machen
  3. das Backroad fährt sich wirklich sehr gut!
  4. zu viel wird man mit den 38ern-Reifen auch nicht an Zeit verlieren
  5. wenn Kirchmair das macht, dann probier ich es auch mal

Oder in kurz: Nicht lang rumschnacken, einfach probieren!

Rennteilnahme bei Eschborn-Frankfurt mit dem Backroad

Eschborn-Frankfurt

Zugegeben, bei meiner Fahrt nach Frankfurt (ca. 1:45 Stunden von Berg. Gladbach) fühlte sich das Ganze – im Vergleich zu meinen Ambitionen bei den Rennen früher – etwas anders an.

Ich war nicht im Fightmode. Beim Fußball würde man sagen, die Körperspannung fehlte. 

Eigentlich prädestiniert dafür, sich eine eklige Verletzung im Zweikampf zu holen. 

Entweder 100% oder gar nicht.

Ich sollte am folgenden Tag Glück haben, auf den Radsport übertragen: kein Sturz oder Ähnliches. 

Einfach ein guter Tag auf dem Rad. 

Fangen wir vorne an.

Moxy Hotel direkt beim Start

Immer wieder werde ich von SpeedVille Lesern nach Tipps gefragt. Zu den unterschiedlichsten Dingen. 

Eine Frage hat sich über die Jahre etabliert, ich weiß echt nicht warum, und zwar die nach meinen Unterkünften bei den Rennen & Radmarathons, die ihr hier nachlesen könnt. 

Ich weiß wirklich nicht, warum ich diese Frage so oft bekomme, aber natürlich ist eine stressfreie Anfahrt zum Start am frühen Morgen elementar wichtig. 

Wer will schon morgens ne halbe Stunde, oder mehr, im Auto sitzen und riskieren – im wahrsten Sinne des Wortes – den Schuss zu verpassen?

Drum fragt man wahrscheinlich gerne Teilnehmer, die schon beim Rennen oder Marathon am Start waren, das man selbst nicht kennt.

Einhorn Alpine Corsa
Ronnys Einhorn corsa curvo

Kante, seine Freundin und ich verbrachten die Nacht im Moxy Hotel. Keine 300 m neben dem Start/Ziel. 

Natürlich in getrennten Räumen, nicht das hier noch Gerüchte entstehen. 

Hotel war ok. Preislich (noch) im Rahmen. Zimmer etwas klein, das Interieur war aber auf Vintage/ Boutique Hotel gemacht. Also was fürs Auge. 

Der Hauptpluspunkt war aber ganz klar die Nähe zum morgendlichen Start. 

Fünf Minuten und du bist da.

Wo wir beim Thema sind. 

Start aus Block 9 (von 9?)

Damit ist ja eigentlich schon alles gesagt. 

Der „Rennbericht“ selbst könnte an der Stelle enden.

Nach etwas Gedödele fürs Video (siehe auf Youtube Kanal) ging gegen 9:45 Uhr die „wilde“ Fahrt für Ronny, Kante (gab sich freiwillig das Downgrade von Block 2) und mich los. 

Gemeinsames Ziel (1): Gemeinsam, losfahren, gemeinsam ankommen. 

Wie gesagt, es war noch 9:45 Uhr – das Ziel hatte keinen langen Bestand.

Mein persönliches Ziel (2) war es in ca. dreieinhalb Stunden für die 100 km ins Ziel zu kommen. Absolut kein Stress, leicht zügig durchkommen.

Dass Ziel (1) nicht lange währen sollte, das kann man nur nachempfinden, wenn man …. 

  1. den Radsport selbst betreibt
  2. öfter in einer Gruppe fährt, in der regelmäßig EINER eskaliert

In diesem Video wird unser Renntag nochmal sehr ansehnlich dokumentiert – in den ersten ca. 3 Minuten ein Zusammenschnitt meines Rennens auf dem Gravelbike.

Ab Minute 3:19 unsere „kritische“ Nachbesprechung…

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Wie das Rennen Eschborn-Frankfurt ablief

Halten wir es kurz. Kante eskalierte. 

Ich muss gestehen, mich nervte das ziemlich, aber wer kann es ihm verdenken. 

„Erst im roten Bereich fängt der Spaß an!“

Kante Kowalskyie

Dieses sinngemäße Zitat aus obigem Video von ihm kann ich nur unterschreiben, trotzdem war ich reichlich sauer.

Hatten wir uns doch mehrere Male gegenseitig ins Gewissen geredet, endlich mal zusammen zu starten UND zu finishen. Unbedingt auch mit Ronny.

Das Rennen in in drei Akten:

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1) Wunderbare Stadtfahrt durch Frankfurt

Gut, an sonnigen Tagen sieht nahezu jede Stadt schön aus. 

Mit ca. 20 Grad und keiner Wolke am Himmel hatte Frankfurt aber alles richtig gemacht. 

Nach Start in Eschborn (Gewerbegebiet) ging es recht schnell mitten in die (historische) Innenstadt von Frankfurt. 

Und die ist – für mich – überraschend schön. 

Also das, was ich da gesehen hatte, hatte mich krass positiv überrascht: 

Altbauten im Mix mit Hochhäusern der Finanztürme, der Main, schöne Grünanlagen etc. – und das natürlich bei komplett gesperrten Straßen, eine glatte Eins. 

Sagen wir es so: 

Frankfurts Ruf (im Rest von Deutschland) ist vielleicht „belasteter“ als das, was ich sehen durfte. An einem Feiertag. Bei Sonnenschein. Ohne Wolken. Auf dem Rad. Und ohne, dass ich zu nah am Hauptbahnhof war. 

Richtig schön!

An der Stelle aber schon kein Zeichen mehr von Ronny auf seinem Einhorn corsa curvo. 

Hatte er sich mit dem Bike etwa von dannen gemacht? 

2) Auffahrt zum Feldberg über Oberursel

Tissot Bergkönig
Tissot-Bergkönig am Feldberg

Nach kurzer Wiederkontaktaufnahme mit Ronny nach Frankfurt (siehe Video), er fuhr einfach seinen Stiefel (vollkommen zurecht) runter, trennten sich, wie es eben immer so ist, unsere Wege und jeder fuhr sein eigenes Ding. 

Es sollte einer der schönsten Anstiege folgen, die ich in Deutschland gefahren bin. 

Die Auffahrt zum großen Feldberg über Oberursel. 

Warum so schön? 

Satte Höhenmeter. Und nicht zu steil.

Ab Oberursel waren es ca. 650 Höhenmeter (!!) auf knapp 18 km Distanz bei einer ø Steigung von 3,7% (siehe meine Strava Fahrt). 

Nochmal: 650 Höhenmeter am Stück. Wo hat man die sonst in Deutschland?

Ich habe 10 Jahre in Bayern gewohnt, bei genauerer Überlegung für einen ähnlich langen Anstieg fällt mir nur Sudelfeld (von Brannenburg aus) ein – und selbst da sind es, meine ich, nur knapp über 600 m.

Zurück zum Feldberg und der angenehmen Steigung: Jeder, der Rennrad fährt, weiß: Knapp 4% sind sehr angenehm zu fahren!

Für mich waren es gut 58 Minuten (inkl. Kuchenstopp), die ich für diese Strecke benötigte – zum Vergleich, Tissot-Bergkönig Daniel Slobodin brauchte dafür ca. 36 Minuten. Ohne Kuchenstopp vermute ich mal.

Spaßiger Vergleich für diese Strecke: 

Auffahrt zum Feldberg im Vergleich mit Tissot Bergkönig Daniel Slobodin

Daniel Slobodin

  • Gewicht: 60 kg
  • Leistung: 306 Watt (5,1 W/kg)
  • HF: 177 (sehr zügig)
  • max. HF: 200 (Effort: 89%)
  • Zeit: 36:00 Minuten
  • siehe Strava

Daniel Müller (SpeedVille.de)

  • Gewicht: ca. 85-86 kg 
  • Leistung: 251 Watt (ca. 2,95 W/kg)
  • HF: 161 (zügig)
  • max. HF: 192 (Effort: 84%)
  • Zeit: 58:16 Minuten
  • siehe Strava

Kante Kowalskyie

  • Gewicht: 74 kg 
  • Leistung: 239 Watt (3,22 W/kg)
  • HF: 156 (sehr zügig, da niedriger max. Puls)
  • max. HF: 172 (Effort: 90%)
  • Zeit: 56:35 Minuten
  • siehe Strava

Ronny Sennholz

  • Gewicht: 87 kg 
  • geschätzte Leistung lt. Strava: 169 Watt (1,94 W/kg)
  • HF: 163 (sehr zügig)
  • max. HF: 185 (Effort: 88%)
  • Zeit: 1:19:34 Stunden
  • siehe Strava

Tissot-Bergönig Daniel Slobodin & Bergkönigin Sarah Kistner im Interview

Tissot Bergkönige
(c) Foto: Patrik Völker

Bleiben wir kurz beim Daniel Slobodin, der nicht nur superschnell bei diesem von mir gewählten Strava-Segment war (mit der Hand ausgewählt, kein einheitliches „offizielles“ Segment, es können minimale Abweichungen drin sein), der 20-jährige Wahl-Dresdner gewann auch die große offizielle KOM-Wertung (Tissot Berkönig mit ca. 530 hm) am Feldberg und gewann neben dem gepunkteten Bergtrikot auch noch eine Tissot Uhr.

Nicht schlecht für einen 20-jährigen!

Ein Hauch von Tour de France bei Eschborn-Frankfurt. Oben am Gipfel gab es eine sehr prominente Tissot-Zeitnahme, was an die Zielbögen bei der Großen Schleife in Frankreich und anderen Rennen (wie zB WM; siehe Innsbruck) erinnerte.

Ich schnappte mir Bergkönig Daniel und Bergkönigin Sarah, Tissot machte das Ganze erst möglich (danke!!!) – und fühlte den beiden mal auf den Zahn: Wer sind sie, wo kommen sie (sportlich her) und wo geht für sie die weitere Reise hin?

Zeiten der beiden Tissot Bergkönige

  • Sarah Kistner (21 Jahre): 28:41 min.
  • Daniel Slobodin (20 Jahre): 23:16 min.

Klickt auf das Video mit den beiden Bergkönigen, um es abzuspielen


3) Über den geilen „Mammolsheimer Stich“ zurück nach Eschborn

Mammolsheiner Stich

Was dann nach dem Feldberg kam, lässt sich tatsächlich mit Klassikerprofil beschreiben:

Wellig, zahlreiche Stiche und sehr, sehr coole Stimmung (insb. am Mammolsheimer Stich)!

Schwieriger Name, ich kürze ihn ab jetzt mal ab.

Knapp 22% am Mammolsheimer Stich

Vom M. Stich (also nicht der Wimbledonsieger) hatte ich natürlich schon einiges gehört, geile Stimmung, genialer Blick über die Frankfurter Skyline und sehr, sehr steil – ja, zwei der drei Attribute kann ich ohne Zweifel bestätigen, die Steigung ist sicherlich steil, ich hatte sie aber noch einen Tacken fieser erwartet.

21,6% zeigte mir Strava eben beim Schreiben dieses Artikels an, beim Versuch den steilsten Abschnitt rauszulesen. 

Das ist sicherlich steil, der Fahrbelag ist dafür aber einwandfrei, so dass sich der Mammolsheimer Stich durchaus „flüssig“ fahren lässt. 

Man hat keine Sorge gleich umzukippen, weil man die Kurbel nicht mehr umgedreht bekommt – wie z.B. bei den Anstiegen der Flandernrundfahrt (siehe mein Trip dahin!).

So, Endspurt. 

Nach dem Mammolsheimer Stich waren es dann noch ca. 20 Minuten bis zurück ins Ziel, wo die warme Dusche wartete, mir das Salz und den Schnodder aus dem Gesicht zu spülen.

Zwar verpasste ich mit etwas über 3:31 Stunden die dreieinhalb-Stunden-Marke, mit den eingelegten Pausen (insb. in Frankfurt und beim Kuchenstopp am Feldberg) lässt sich das aber sehr gut verschmerzen!

Fazit vom Rennen Eschborn-Frankfurt

Mit ein paar Tagen Abstand, das Adrenalin ist verpufft, lässt sich dieser Frühjahrsklassiker wie folgt zusammenfassen – meine 100% subjektive Bewertung:

  • ein sehr, sehr schöner und abwechslungsreicher Kurs
  • gute Mischung: mitten durch das urbane Herz Frankfurts und die herrlichen Anstiege im Taunus
  • richtig genial: komplett gesperrte Straßen (!!)
  • besser Kommunikation innerhalb unserer Gruppe (mal wieder) vonnöten
  • einziger negativer Punkt: Die Startblöcke auf dem Parkplatz vorm XXXLutz hätten vom Veranstalter besser gekennzeichnet werden können – man sah die Nummerierungen etwas schwer (First World Pain)

Alles in allem, ne glatte Eins!

Vielen Dank an Tissot fürs „Möglich machen!“ und den Bergkönig-Wettbewerb.

Schön zu sehen, dass durch solch eine Maßnahme ein Jedermannrennen deutlich an Professionalität gewinnt.

Bis zum nächsten Rennen, wir sehen uns Anfang Juni bei Rund um Köln!

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