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Erfahrungsbericht & Test zum „Tacx NEO Smart“: Andreas über die Pros und Contras

by Daniel

Wer sich derzeit mit dem Kauf eines Indoor-Trainers beschäftigt, kommt in den einschlägigen Fachzeitschriften nicht mehr am „Tacx NEO Smart“ vorbei. Der neue leise „Rollentrainer“ macht ja auch eine Menge Sinn, will man in den kommenden Monaten gezielt seine Form wieder auf- und vor allem ausbauen. In der TOUR 12/2015 wurde er immerhin mit der Gesamtnote 1,7 bewertet. Aber wie bewertet ihn ein echter Jedermannfahrer? Andreas Adam schildert uns seine Erfahrungen mit dem „Tacx NEO Smart“. 

Tacx Neo Smart Erfahrungsbericht

Von Andreas Adam.

Neo. Unwillkürlich denken wir sofort an „Matrix“, und damit drängt sich der Beiname „The One – der Auserwählte“ auf. Um es gleich vorweg zu nehmen, das Gerät hat tatsächlich das Potential der neue Platzhirsch unter den Indoor-Rollentrainern zu werden. Warum das so ist, und was man bei allem Enthusiasmus beachten sollte, haben wir als kompakte Informationen direkt aus der Praxis für Euch aufbereitet.

Im Test: Die Stärken des „Tacx NEO Smart“

  • Das derzeit leiseste Betriebsgeräusch. Leise meint, dass wir in Mehrparteienhäusern ohne Zivilstreitigkeiten zu jeder Tages und Nachtzeit trainieren können – Wohnungen aus Holz oder Wellpappe ausgenommen.
  • Sehr stabil. Bei Nichtbenutzung kompakt zusammenklappbar.
  • Der Bremsmotor ist direkt (ohne wartungsanfällige Umwege) mit der Kassette/Radnabe verbunden, und simuliert die gewünschten Effekte vollständig virtuell. Ich habe leider nicht den Vergleich zu anderen Geräten, aber möchte das Fahrgefühl als „sehr gut“ bezeichnen.
  • Der Motor kann nicht nur bremsen, sondern auch für aktiven „Vortrieb“ sorgen. Damit ist dies das erste System das die Bezeichnung „real VR-Trainer“ wirklich verdient, da auch Abfahrten simuliert werden.
  • Die Genauigkeit der integrierten Wattmessung und Trittfrequenz scheint sehr ordentlich. Im Vergleich zu meiner (relativ neuen) Quarq-Kurbel kann ich kaum Abweichungen feststellen.
  • Aktive Funktionen nur mit Stromversorgung. Jedoch auch ohne Strom in Form eines linear ansteigenden Widerstands verwendbar.
  • Kostenfreie Steuerungs-Apps für Apple und Android (Smartphone und Tablet).
  • Erweiterte Trainingsmöglichkeiten über eine PC-(Desktop)-Software. Damit können wir uns online in virtuellen Landschaften mit anderen messen, sowie reale Strecken (z. B. unsere Hausrunde) per GPX importieren und nachfahren. Die Software, sowie beide Funktionen sind jeweils noch einmal separat kostenpflichtig.
  • Der Datenaustausch mit externen Geräten und Systemen klappt via ANT+ und Bluetooth problemlos. Gewisse Dienste (wie Strava) sind zudem direkt über die Benutzeroberflächen der Softwaremodule ansprechbar.
  • Die Steuerungsfunktionen können ebenfalls durch externe Systeme übernommen werden. Derzeit werden vier Dienste (z.B. Zwift) unterstützt.
  • Direkter, zügiger und lösungsorientierter Support (dies ist zumindest meine Erfahrung).

Preisvergleich: Tacx Neo Smart

Aktuelle Angebote in der Übersicht: 

  • 1.259€ im Rose Shop (inkl. 5 Jahre Rose Garantie) 1(zum Shop)

Im Test: Die Schwächen des „Tacx NEO Smart“

  • Die ersten Auslieferungen waren von, teilweise von erheblichen, Kinderkrankheiten und Qualitätsmängeln betroffen. Bei dem von mir gekauften Gerät (Anfang November) haperte es beispielsweise an Schmierungen bestimmter Achsenteile, was zu unschönen Geräuschen führte. Meine erfolglose Suche nach der Ursache machte mich schier wahnsinnig. Erst über den Support gab es den rettenden Lösungshinweis.
  • Die hauseigenen Softwaremodule sind, trotz spürbarer Bemühungen, weiterhin schwachbrüstig und fehleranfällig. Derzeit gibt es viele offene Baustellen, die mir mehrfache Wutausbrüche beschert haben. Die Hoffnung besteht, dass dies in den kommenden Monaten besser wird.
  • Das innovative Bremssystem ist nur so gut wie seine Firmware. Womit wir wieder beim Thema „Software“ (siehe oben) sind. Es gibt bereits erste Firmware-Updates, welche derzeit nur über Apple-Produkte (iTunes) aufgespielt werden können. An einer Android-Lösung wird noch gearbeitet. Das ist unbefriedigend für alle Nutzer und unprofessionell von Tacx.
  • Die Gehäusemaße sind stellenweise nicht komplett durchdacht. So nutze ich an meinem Renner eine 11-32 Kassette (weil ich so schwache Beinchen habe), die laut Spezifikation unterstützt wird. Diese erfordert jedoch einen verlängerten Schaltkäfig, welcher bei Nutzung der großen Ritzel gegen das Gehäuse stößt. Mit meiner ursprünglichen Schaltwerkeinstellung war ich zunächst nicht in der Lage die beiden oberen Gänge zu nutzen. Nach einer mehr als einstündigen Feinjustierung klappt es nun lediglich annährungsweise – der Schaltkäfig liegt noch immer beim 32-er Blatt unter Spannung am Gehäuse an. Somit sollte man besser einen kurzen „Arm“ nutzen.
  • Etwas ärgerlich, wenn man nicht darauf vorbereitet ist: Das notwendige Werkzeug zur De-/Montage der Endsicherungskappe der Kassette auf dem Freilaufkörper, ist nicht im Lieferumfang enthalten. Es ist eine Campagnolo-Version erforderlich.

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Hinweis: Wahoo Kickr, Tacx, Elite, CycleOps & Co. – weitere Smart Rollentrainer habe ich hier verglichen und mit ihren Vor- und Nachteilen gegenübergestellt (>> zum Vergleich)
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Fazit des „Tacx NEO Smart“ Kauf:

Wer in diesem Winter strukturiert, wattgesteuert, geräuscharm und zudem auf seinem eigenen Rad trainieren möchte, darf zugreifen. Wenn man sich dabei vorab auf gewisse Frustmomente während der ersten Betriebswochen einstellt, sind Glücksgefühle dennoch vorprogrammiert. In der Hardware steckt ein großes Potential, welches durch bessere Firmware und Anwendersoftware in den kommenden Monaten neue Meilensteine für die Indoor-Fraktion setzen sollte. Der Preis (ca. 1.400 EUR) ist aufgrund der innovativen Technik angemessen. Wer noch nie Indoor trainiert hat, sollte zusätzlich ca. 100 EUR im Jahr für einen Videostreaming-Dienst einplanen. Dann seid ihr im Sommer 2016 topfit, und gleichzeitig Meister im Filmzitate aufsagen.

Produktalternativen:
Wahoo KICKR , Elite Real Turbo Muin B+

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